Kanalsanierung

Berstlining-Verfahren



Vor einigen Jahren wurden noch offene Baugruben und Bagger zum Verlegen neuer Rohrleitungen benötigt. Heutzutage kommen vermehrt Verfahren zum Einsatz, die mit minimalem Grabenaushub auskommen. Die Sanierung erfolgt dann größtenteils unterirdisch, z.B. indem ein neues Rohr durch ein Altes geschoben wird oder die Rohrwandung innen mit einem Schlauch verkleidet wird. Ein solches Verfahren wurde bereits letztes Jahr mit Erfolg und Kostenersparnis angewandt. Beim Berstlining-Verfahren handelt es sich um ein umweltschonendes, grabenloses Verfahren. Grundsätzlich unterscheidet man dynamische und statische Berstverfahren. Der ZWAG wird die Erneuerung des Abwasserkanals auf einer Länge von 125 m zwischen der Thomas-Müntzer-Str. und der Bahnhofstr. im statischen Berstverfahren realisieren.

Und so funktionierts:
Mit Hilfe einer Berstlafette, eine hydraulisch betriebene Zugeinrichtung, wird ein Berstgestänge in das zu erneuernde Altrohr geschoben. Die Berstlafette ist über das Gestänge mit dem Aufweitungs- und Berstkörper verbunden, der einen größeren Durchmesser als das Altrohr besitzt.
Durch Zurückziehen des Gestänges wird die Zugkraft auf den Berstkörper übertragen. Somit wird das Altrohr zerstört und die dabei anfallenden Überreste des Altrohres in den angrenzenden Baugrund radial verdrängt.

bild   bild
Hinter dem Berstkörper ist das neue Rohr angehängt und wird im gleichen Zug eingebracht. Im Idealfall dauert dieser Einzug 5 h.
Anschließend müssen vier Hausanschlussleitungen mittels Aufgrabungen an das neue Rohr angeschlossen werden. Vorteil des Berstlining-Verfahrens ist die kurze Bauzeit, wodurch es nur zu kurzzeitigen Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs kommt. Außerdem ist dieses Verfahren relativ kostengünstig. Natürlich wird auch nicht an der Qualität gespart. Bei den neu verlegten Rohren handelt es sich um hochwertige PE-Rohre, welche sehr beständig sind. Dieses Verfahren kann nur eingesetzt werden, wenn sich der Baugrund verdrängen lässt. Im Idealfall sollten auch möglichst wenige Hausanschlüsse an dem zu erneuernden Rohr angeschlossen sein.


Inliner-Verfahren



Grundsätzlich gibt es verschiedene Verfahren zur Kanalsanierung, die Leckagen in Rohrleitungen abdichten und somit Abwasserexfiltration (Abwasser tritt aus dem beschädigten Rohr aus und gelangt in das Erdreich und ins Grundwasser) und/oder Grundwasserinfiltration (Grundwasser gelangt durch Risse in Rohrleitungen und erhöhen somit den Fremdwasseranteil im Schmutzwasser) verhindern, sowie die statische Tragfähigkeit der erdverlegten Rohre wieder herstellen sollen.

Der ZWAG wird im Bereich der Gartenanlage “Fortschritt” in Braunsbedra die Abwasserrohrleitung durch ein spezielles Verfahren, dem sogenannten “Rohrstrang-Relining” auf einer Länge von 200 Metern sanieren. Das besondere an diesem Verfahren ist, das dazu keine aufwendigen Erdausgrabungen notwendig sind.

Und so funktionierts:
Zuvor wird das Altrohr durch eine Wasserhochdruckspülung gereinigt, danach mit einer Kamera inspiziert und kalibriert. Ein PE-Rohrstrang (Inliner) wird dann in das beschädigte Altrohr eingezogen. Der Einzug findet durch den Abwasserschacht statt. Bis dahin befindet sich im eingezogenen PE-Rohrstrang eine Falte, die den Querschnitt um bis zu 35% verringert, sodass es zu geringeren Einzugskräften kommt. Danach wird der Inliner mit Dampf geweicht und in seine ursprüngliche Kreisform zurückgebracht. Durch Innendruck wird das PE-Rohr an die Wandung des zu sanierenden Altrohrs gedrückt. Schließlich wird der Inliner durch Druckluft abgekühlt und in endgültiger Lage fixiert. Anschließend werden Hausanschlussabzweige mittels Roboter eingebracht.

bild   bild   bild

Seite  nach oben

© 2015 ZWAG