Abwasserreinigungsanlagen

Die Zentralkläranlage Braunsbedra wurde in den Jahren 2000 bis 2002 errichtet und nahm anschließend ihren Betrieb auf. Öffentlich rechtliche Verträge mit dem AZV Merseburg und der Stadt Mücheln regeln, dass neben den anfallenden Schmutzwässern im Verbandsgebiet des ZWAG auch Schmutzwässer aus den Gebieten Mücheln und AZV Merseburg einer mechanischen und biologischen Reinigung unterzogen werden und eine Schlamm- behandlung erfolgt. Insgesamt ist die Zentralkläranlage für die Aufnahme von Schmutzwässern von 23.000 Einwohnerwerten konzipiert.


Rechenanlage




Der Zulauf, d.h. die Abwässer des Verbandsgebietes, wird zunächst mechanisch behandelt. Hierbei gelangt das Schmutzwasser zuerst in das Rechenhaus. Dort werden die ungelösten Stoffe, das sog. Rechengut, vom Abwasser getrennt. Dies geschieht durch zwei Filterstufenrechen. Durch eine Rechengutwaschpresse wird das Rechengut in einen Container befördert und anschließend deponiert. Das vom Rechengut befreite Abwasser gelangt nun in den Rundsandfang.


Technische Daten:
Länge 1,77 m
Höhe 1,95 m
Breite 0,73 m
Spaltweite 6 mm

Rundsandfang und Sandwäscher


Das Abwasser wird tangential durch den Einlauf in den Separatorraum geleitet. Hier wird die Geschwindigkeit des Abwassers verringert, wodurch der Sand in den Sandsammelraum sinkt. Das Abwasser und die darin enthaltenden Schwebstoffe gelangen über den Steigraum zwischen Separatorring und Behälter in den Ablauf. Durch die Ringbelüftung, die sich unterhalb des Separatorrings befindet, wird der Austritt der Schwebstoffe in den Auslauf begünstigt. Der sich am Boden abgesetzte Sand wird durch einen Sandwäscher gereinigt und entwässert, sodass dieser anschließend in einer Deponie entsorgt werden kann. Auftreibende Fette können an der Oberfläche des Sandfangs in dem Separatorring zurückgehalten und abgezogen werden.


Technische Daten:
Durchmesser 5,17 m
Tiefe 4,03 m
Volumen 84 m³

Belebungsbecken


Nun schließt sich die biologische Abwasserreinigung an. In den zwei Belebungsbecken wird das mechanisch vorgereinigte Abwasser von seinen biologischen und einem Großteil seiner chemischen Inhaltsstoffe befreit. Dies geschieht durch Mikroorganismen, die diese Stoffe so umwandeln, dass sie entweder als Stoffwechselprodukte aus dem Abwasser ausgasen oder als Schlamm entfernt werden können. So ernähren sich diese Mikroorganismen im Abwasser von den Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen, in dem sie diese dem Abwasser entziehen. Durch Belüftungseinrichtungen am Boden der Belebungsbecken wird der Belebtschlamm mit Sauerstoff versorgt. Rührwerke halten den Belebtschlamm während der Belüftungspausen in Schwebe.


Technische Daten:
Durchmesser 32 m
Höhe 7 m
Volumen je Becken 4150 m³
Aufenthaltszeit ca. 4 Tage
Trockensubstantzgehalt ca. 4,5 g / l
Biomasse je Becken ca. 19 tTS

Nachklärbecken


Im Nachklärbecken, welche sich in der Mitte der Belebungsbecken befinden, erfolgt die Sedimentation des Belebtschlammes. Hierbei setzt sich der Schlamm unterhalb des klaren Wassers ab. Dieses gereinigte Wasser verlässt über eine Rinne das Nachklärbecken zum Ablaufbauwerk und von dort aus in den Vorfluter, die Geisel.


Technische Daten:
Durchmesser 16 m
Höhe 6,5 m
Volumen je Becken 1300 m³

Eindicker


Da sich der Belebtschlamm, z.B. durch die Fortpflanzung der Bakterien und die Einspülung von Feststoffen aus dem Abwasser, vermehrt und somit überflüssig wird, muss dieser aus dem Reinigungsprozess entfernt und weiter behandelt werden. Dazu kommt der Überschussschlamm in zwei Eindicker. Der erste Eindicker besitzt die Aufgabe der Schlammentwässerung. Dabei sinkt der Schlamm zu Boden, wodurch sich darüber eine Trübwasserschicht ausbildet. Das Trübwasser wird täglich abgepumpt, um ein Überlaufen zu verhindern. Der Schlamm wird in den zweiten Eindicker befördert, welcher die Aufgabe der Erhöhung des Feststoffgehalts besitzt.


Technische Daten:
Durchmesser 8,5 m
Höhe 6,8 m
Volumen je Becken 360 m³
Trockensubstanzgehalt
nach Eindickung
ca. 22 %

Zentrifuge


Anschließend gelangt der Schlamm in die Zentrifuge. Hier wird er durch Einwirkung der Fliehkraft und Zugabe eines Polymers entwässert bis er eine erdähnliche Konsistenz besitzt. Dieser Klärschlamm ist nährstoffreich und kann somit landwirtschaftlich genutzt, kompostiert oder aber entsorgt werden.


Technische Daten:
Durchsatz 15 m³/ h
Trockensubstanzgehalt
nach mech. Eindickung
ca. 25 %

Zahlen & Fakten


Seit der Inbetriebnahme der neuen Zentralkläranlage im November 2001 wurden bereits 5,7 Mio m³ Schmutzwasser gereinigt. In dem Abwasser befanden sich 2630 t biologisch abbaubare organische Substanzen (BSB5), 373 t Stickstoffverbindungen (Nges) und 80 t Phosphorverbindungen (Pges), welche in der biologische Reinigungsstufe mit sehr hohem Wirkungsgrad abgebaut wurden.
Im Jahr 2009 wurde eine Abwassermenge von ca. 700.000 m³ behandelt. Dieses Schmutzwasser enthielt folgende Schmutzfrachten:


  Zulauf Ablauf Wirkungsgrad
BSB5 383,75 t 4,99 t 98 %
Nges 48,34 t 0,46 t 97 %
Pges 11,18 t 0,39 t 96 %

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